Salzach, Schutz der Uferböschungen südlich der Stadt Laufen mittels biologischer Bauweisen und Lenkbuhnen

Projektbeginn:Februar 2016
Voraussichtliches Projektende: Anfang 2018

Begründung und Zielsetzung

Das Flussbett zu stabilisieren, den Kiestransport im Gewässer zu verbessern, der Salzach mehr Bewegungsfreiheit zurückzugeben und die Lebensraumverhältnisse für Tiere und Pflanzen in Fluss und Aue zu verbessern, sind die wesentlichen Ziele der Salzachsanierung. Aus diesem Grund errichteten die in Bayern und Österreich zuständigen Wasserbauverwaltungen 2009/2010 gemeinsam die Sohlrampe südlich Laufen/Oberndorf und verbanden dies damit, den alten Uferverbau unterstrom der Rampe auf einer Länge von 2,4 Kilometer zu beseitigen. Bei den Hochwasserereignissen 2010 und 2013 hat sich die Salzach in diesem Flussabschnitt um rund 20 Meter verbreitert und dabei Kies in Bewegung gesetzt und natürliche Ufer geschaffen. Am bayerischen Ufer ist nach dem Extremhochwasser 2013 die prognostizierte und durch Rechtsbescheid festgelegte Aufweitung erreicht. Da bei einem weiteren Abtrag der vorhandene Uferweg und Privatgrundstücke betroffen wären und zusätzliche Flächen nicht erworben werden konnten, wird das Wasserwirtschaftsamt die Ufer auf etwa 700 Meter Länge naturnah sichern.

Projektausführung

Zum Schutz der Böschungen kommen ingenieurbiologische Bauweisen zum Einsatz: Im Gegensatz zu massiven Ufersicherungen mit schweren Wasserbausteinen übernehmen dabei lebende Gehölze und Elemente aus totem Holz (z.B. Wurzelstöcke) den Schutz der Böschungen, um den Uferabtrag am Gewässer zu verhindern. Diese Bauweisen sind ökologischer, weil sie Tieren und Pflanzen gute Lebensbedingungen bieten und die Lebensräume zwischen Wasser und Land besser vernetzen. Da die ingenieurbiologischen Bauweisen extremen Belastungen schlechter standhalten, werden sie an der Salzach mit Lenkbuhnen kombiniert.

Buhnen sind Sporne aus Wasserbausteinen, die vom Ufer aus in den Fluss hineinragen, um die Böschung gegen den Strömungsangriff bei Hochwasser zu schützen. „Lenkbuhnen“ reichen in der Regel bis zur Flussmitte, werden dabei aber so niedrig eingebaut, dass sie bereits bei Trockenwetterabflüssen vollständig überströmt werden und daher als Bauwerk optisch kaum in Erscheinung treten. Gut zu erkennen ist aber das durch sie hervorgerufene vielfältige Strömungsbild - Foto 1: Lenkbuhne bei Niedrigwasser (IUB Engineering AG, 2016). Durch die lenkende Wirkung der Hauptströmung werden die ufernahen Fließgeschwindigkeiten bei Hochwasser so stark verringert, dass ingenieurbiologische Bauweisen zur Sicherung der Böschungen ausreichen. Bei Hochwasser verringern sie die Angriffskräfte auf das Ufer, ohne dass der Wasserspiegel wesentlich ansteigt.

Die für die Salzach zuständige Flussmeisterstelle des Wasserwirtschaftsamts Traunstein hat die ingenieurbiologischen Sicherungen bereits umgesetzt - Foto 2: Ingenieurbiologische Böschungssicherung des Salzachufers, Juni 2016. Die Pläne der Lenkbuhnen werden mit den Behörden und Nutzern in Bayern und Österreich abgestimmt: Wenn Wasserrechtsbehörde, Naturschutzbehörde (beide am Landratsamt Berchtesgadener Land), Bundeswasserbauverwaltung Salzburg, Fischereifachberatung, Fischereiberechtigte, Kanuverbände, Feuerwehren und die Oberndorfer Schifferschützen keine Einwände erheben, sollen die Lenkbuhnen unter fachlicher Begleitung von Experten aus der Schweiz und Österreich im Winterhalbjahr 2017/2018 gebaut werden. Andernfalls müsste ein förmliches Wasserrechtsverfahren vorgeschaltet werden.

Die Kosten für die ingenieurbiologischen Sicherungen werden sich auf rund 75.000 Euro belaufen, die für den Bau der Lenkbuhnen auf etwa 330.000 Euro. Sie werden als Teil der Salzachsanierung von Bayern und Österreich je zur Hälfte getragen. Eine „klassische“, also massive Steinsicherung der Böschung wäre deutlich teurer und wäre außerdem ein Rückschritt auf dem Weg zu einer naturnäheren Salzach.