Hochwasserschutz Trostberg

Projektbeginn: 2008
Voraussichtliches Projektende:2020

1. Begründung und Zielsetzung

Das Vorhaben Hochwasserschutz Trostberg, Ortsteile Pechlerau-Saliterau, dient dazu den Hochwasserschutz für die Stadt Trostberg in den Ortsteilen Saliterau und Pechlerau zu verbessern. Dabei sind neben ökologischen Aspekten auch vorhandene Benutzungen, Freizeit und Erholung sowie das Stadt- und Landschaftsbild zu berücksichtigen.

2. Projektbeschreibung

2.1 Lage des Vorhabens

Das Planungsgebiet liegt nordöstlich der Alzbrücke Nord (Bundesstraße B 299) und erstreckt sich beidseitig der Alz ca. von Fkm 41,35 bis 40,60 auf einer Länge von etwa 750 m.

2.1.1 Pechlerau – linkes Ufer

Das Planungsgebiet umfasst eine Wohnsiedlung und einen Spielplatz. Die zu schützende Wohnsiedlung wird durch einen Auwald vom unmittelbaren Uferbereich getrennt. Am südlichen Rand der Siedlung schließt ein Spielplatz an, der durch die Bahnbrücke der Linie Mühldorf - Traunstein begrenzt wird. Mit der Bahnbrücke verläuft auch ein Fußgängersteg über die Alz, ein Treppenaufstieg befindet sich in der Nähe zum Ufer und zum geplanten Hochwasserschutzbauwerk. Das Planungsgebiet endet an der Alzbrücke Nord ca. bei Fkm 41,30.

2.1.2 Saliterau – rechtes Ufer

Das Planungsgebiet umfasst Wohnhäuser, Gärten, und Gewerbebetriebe. Entlang der Alz verläuft ein Fuß- und Radweg. Etwa bei Fkm 41,12 überquert die Bahnbrücke der Linie Mühldorf – Traunstein das Planungsgebiet. Das oberstromige Ende liegt analog zur linken Seite im Bereich der Alzbrücke Nord ca. bei Fkm 41,30.

2.2 Wasserspiegelhöhe und Überschwemmungsgebiet

Das Planungsgebiet liegt in einem amtlich vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet für dessen Bestimmung eine zweidimensionale hydrodynamisch-numerische Berechnung aus dem Jahr 2006 für ein HQ100 (im Bereich Trostberg 630 m3/s) verwendet wurde.

2.2 Planungsabschnitte

Das linke Ufer wird in drei, das rechte Ufer in vier Planungsabschnitte unterteilt. In den folgenden Abschnitten sind die Charakteristika der einzelnen Abschnitte beschrieben.

2.2.1 Abschnitt R1

Bestehende Situation • Länge ca. 165 m; • Begrenzung des Abschnitts nach Oberstrom durch die Brücke Bundesstraße B 299, nach Unterstrom durch die Eisenbahnbrücke.

2.2.2 Abschnitt R2

Bestehende Situation • Länge ca. 170 m; • Nach Oberstrom wird der Abschnitt durch die Eisenbahnbrücke begrenzt (Übergang zu R1). Nach Unterstrom endet der Abschnitt mit dem Ende des vorhandenen Parkplatzes und dem Beginn des Gewerbegebiets (Übergang zu Abschnitt R3). • Unmittelbar entlang des Ufers der Alz verläuft ein Geh- und Radweg. Parallel zur Eisenbahnbrücke besteht ein Zubringer zu diesem Weg. Dieser Weg führt auch zum Aufgang des Fußgängerstegs der Eisenbahnbrücke. • Rechtsseitig des Geh- und Radwegs befinden sich Schrebergärten. Nach einer etwa 1,3 m hohen Hangkante folgt Wohnbebauung.

2.2.3 Abschnitt R3

Bestehende Situation • Länge ca. 130 m; • Oberstrom beginnt der Abschnitt im Übergang zu R2 mit dem Einschwenken der Saliteraustraße parallel zum vorhandenen in Schotterbauweise befestigten Gehweg. Unterstrom endet der Abschnitt im Übergang zu R4 und dem Ende der Saliteraustraße bzw. dem Beginn des Feldwegs. • Parallel zur Saliteraustraße verläuft wasserseitig ein Gehweg, unmittelbar südlich der Straße befinden sich Gewerbebetriebe.

2.2.4 Abschnitt R4

Bestehende Situation • Länge ca. 190 m; • Oberstrom beginnt der Abschnitt im Anschluss zu R3 mit dem Übergang der Saliteraustraße in einen Feldweg und endet mit dem Anschluss an das bestehende Hochufer.

2.2.5 Abschnitt L1

Bestehende Situation • Länge ca. 60 m; • Mit der Pechleraustraße steigt das Gelände in Richtung oberstrom an. Das oberstromige Ende des Abschnitts wird entsprechend durch eine ausreichende Geländehöhe definiert. Nach Unterstrom endet der Abschnitt an der Eisenbahnbrücke im Übergang zum Abschnitt L2.

2.2.6 Abschnitt L2

Bestehende Situation • Länge ca. 200 m; • Oberstrom beginnt der Abschnitt im Joch der Eisenbahnbrücke (Übergang zum Abschnitt L1). Unterstrom endet der Abschnitt an der Grundstücksgrenze zum bebauten Bereich im Abschnitt L3.

2.2.7 Abschnitt L3

Bestehende Situation • Länge ca. 330 m; • Oberstromiger Anschluss an den Bereich L2 am Ende des Spielplatzes, unterstromiges Ende durch ausreichende Geländehöhe definiert. • Zwischen der Wohnbebauung und der Alz liegt ein 40 bis 120 m breiter Auwaldstreifen.

3. Aktueller Planungsstand

Für die beiden Uferseiten wurde eine umfangreiche Variantenstudie durchgeführt und im Herbst 2016 abgeschlossen. Vom Ingenieurbüro SKI GmbH + Co. KG wurden insgesamt 3 verschiedene Varianten des Hochwasserschutzes erstellt. Die Erstellung der Variantenstudie erfolgte einzeln für die oben genannten Abschnitte und daraus wurde eine Gesamtvariante erstellt. Für die Abschnitte R1, R2, R3 und L3 hat das Ingenieurbüro Varianten mit Hochwasserschutzwänden, für die Abschnitte L1 und L2 Varianten mit Hochwasserschutzwänden und Hochwasserschutzdeichen und für den Abschnitt R3 Varianten mit Hochwasserschutzdeichen untersucht. Diese Varianten wurden zusätzlich mit einer Gewässeraufweitung von einer Länge von ca. 600 m linksufrig ab der Bahnbrücke geprüft. Als Vorzugsvariante wurde für die Abschnitte R1, R2, R3, L1, L2 und L3 die Ausführung als Hochwasserschutzwand und für den Abschnitt R4 als Hochwasserschutzdeich in Kombination mit der linksufrigen Gewässeraufweitung gewählt. Der Verlauf der Vorzugsvariante sowie der weiteren untersuchten Varianten ist in Bild 3 dargestellt.

Im Jahr 2017 ist vorgesehen, mit den Arbeiten zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung zu beginnen.