Sanierung der unteren Salzach, Machbarkeitsstudie „Flussbauliche Sanierung mit Minimalmaßnahmen im Freilassinger Becken“.

Projektbeginn: Januar 2017
Voraussichtliches Projektende: Mitte 2018

Begründung und Zielsetzung

Die Regulierung der Salzach zwischen 1860 und 1890 und der Bau zahlreicher Kraftwerke und Wildbachsperren im Einzugsgebiet, in denen Kies (der Flussbauer spricht von „Geschiebe“) zurückgehalten wird, führten dazu, dass sich die Salzach in ihrem Unterlauf – insbesondere bei Hochwasser – zunehmend in die Tiefe gräbt. Im Freilassinger Becken, also von Salzburg bis Laufen/Oberndorf (siehe Lageplan ) beträgt diese Eintiefung in den letzten 100 Jahren zwischen 2 und 4 Meter. Im Rahmen des grenzübergreifenden Projektes „Sanierung der Unteren Salzach“ planen Bayern und Österreich Maßnahmen, um eine weitere Eintiefung zu verhindern, da ansonsten Mauern, Deiche und Brücken entlang der Salzach durch Unterspülung der Fundamente gefährdet sind und Auwälder mehr und mehr austrocknen.

Zur Stabilisierung des Flussbettes entstand daher 2009/2010 etwa 3 Kilometer südlich von Laufen/Oberndorf (auf Höhe von Triebenbach) eine Sohlrampe.

Ursprünglich war der Bau einer zweiten gleichartigen Rampe 3,5 Kilometer flussaufwärts vorgesehen. Einer Untersuchung der Universität Stuttgart zum Geschiebetransport zufolge, ist dies jedoch nicht erforderlich. Demnach wird sich die Sohle bis hinauf zur Mündung der Saalach ausreichend stabilisieren, wenn – wie in den vergangenen Jahren – aus Salzach und Saalach genügend Kies nachgeliefert wird. Jedoch empfiehlt die Universität Stuttgart, die Kiessohle in diesem Bereich zu stärken. In einer Machbarkeitsstudie im Auftrag des Wasserwirtschaftsamts Traunstein werden Möglichkeiten hierzu geprüft und bewertet.

Projektausführung

Die Machbarkeitsstudie wird seit Januar 2017 von der Planungsgemeinschaft „Mensch und Natur, Salzach im Gleichgewicht“ bearbeitet, die bereits mehrere Planungen zur Sanierung der Salzach erstellt hat. Grundidee ist, das bayerische Ufer im Flussabschnitt zwischen Saalach- und Surmündung ohne Inanspruchnahme privater Grundstücke auf einer gewissen Breite abzusenken, das anfallende Kiesmaterial in die Salzach einzubringen und damit die Sohle anzuheben. Im Rahmen der Studie werden mehrere Varianten mit unterschiedlichen Aufweitungsbreiten betrachtet. Bewertet werden die sohlstabilisierende Wirkung, die Anhebung des Grundwasserstandes, der ökologische Nutzen für Fluss und Aue, die Chancen der Realisierbarkeit unter naturschutz- und waldrechtlichen Gesichtspunkten und die Kosten der Maßnahme. Zu klären ist insbesondere, inwieweit der Uferabtrag maschinell erfolgt oder nur die bestehende Ufersicherung beseitigt wird. Außerdem, wie der Schutz des neu entstandenen Ufers beschaffen sein muss, damit der Fluss nicht ungewollt „ausbricht“.

Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie fließt in die Abstimmung zwischen den bayerischen und österreichischen Projektpartnern zum weiteren Vorgehen im Freilassinger Becken ein. Die Kosten für die Studie werden sich auf rund 200.000 Euro belaufen.