Sanierung der Unteren Salzach
Fortführung der Planungen im Tittmoninger Becken

Projektbeginn: Dezember 2016
Voraussichtliches Projektende: Anfang 2019

Begründung und Zielsetzung

SalzachBild vergrössern Salzach zwischen Salzburg und Burghausen begradigt und durch beidseitige Uferverbauungen in ein enges Korsett gezwängt

Schon im 19. Jahrhundert wurde die Salzach zwischen Salzburg und Burghausen begradigt und durch beidseitige Uferverbauungen in ein enges Korsett gezwängt. Die Energie des aus den Alpen gespeisten Flusses räumt seither nach und nach die kiesige Sohle aus. Wird die darunterliegende feinkörnige Seetonschicht freigelegt, gräbt sich das Gewässer noch rasanter in die Tiefe. Als Folge sind nicht nur Brücken und Hochwasserschutzeinrichtungen gefährdet, auch das Grundwasser sinkt – mit erheblichen Nachteilen für die gesamte Flussaue mit ihrer wertvollen Tier- und Pflanzenwelt.

Im Rahmen einer Variantenuntersuchung wurden zwischen 2011 und 2014 für das Tittmoninger Becken (etwa von Laufen/Oberndorf bis Nonnreit) Sanierungslösungen mit Aufweitungen, Nebengewässern und Rampen mit und ohne Wasserkraftnutzung einer vergleichenden Bewertung unterzogen. Neben schutzwasserwirtschaftlichen Aspekten und Fragen der Wirtschaftlichkeit wurden dabei stets auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt. Die Ergebnisse der Variantenuntersuchung können ausführlich unter:

Vorzugsvariante für eine Sanierung ohne Wasserkraftnutzung ist demnach die Variante A, auch als „Aufweitungsvariante“ bezeichnet. Bei ihr wird die Sohle durch eine wechselseitige Verbreiterung des Flussbetts von derzeit rund 100 m auf 180 bis 200 m im Endzustand stabilisiert, ergänzt durch den Bau von vier Rampen mit Umgehungsgerinnen mit einer Gesamtlänge von ca. 10 Kilometern. Die Aufweitung des Flussbetts erfolgt dabei weitgehend eigendynamisch durch den Fluss. Das Erscheinungsbild des Flusses wird von alternierenden Kiesbänken bestimmt.

Bei einer Entscheidung für eine Sanierung mit energetischer Nutzung ist die Variante E1 die Vorzugsvariante, bei der nach den Plänen der Grenzkraftwerke (Verbund AG) sogenannte „Fließgewässerkraftwerke“ die Stabilisierung der Gewässersohle mit Energieerzeugung sowie Fisch- und Bootspassierbarkeit kombinieren. Sie ist wie die „Rampenvariante“ B charakterisiert durch eine bogenförmige Linienführung bei gleichzeitiger Aufweitung des Flussbetts von derzeit rund 100 m auf 140 m im Endzustand. Die Verbreiterung des Bettes erfolgt auch hier eigendynamisch durch den Fluss selbst. Hinzu kommen Umgehungsbäche und Nebengewässer mit einer Gesamtlänge von 18 Kilometern.

Eine gemeinsame Haltung der Nachbarstaaten Bayern und Österreich, ob die Salzachsanierung im Tittmoninger Becken rein wasserbaulich oder kombiniert mit Wasserkraftnutzung erfolgen soll, steht bisher noch aus.

Projektausführung

Auf Grundlage des Beschlusses der deutsch-österreichischen Ständigen Gewässerkommission vom April 2016 setzt das bereits mit der Variantenuntersuchung befasste Team aus Planern und Experten die Planungen jetzt fort: Für beide Varianten werden je ein „Generelles Projekt“ gemäß der Technischen Richtlinien für die Bundeswasserbauverwaltung Österreich sowie ein Feststellungsantrag als Grundlage für eine Prüfung der UVP-Pflicht in Österreich erstellt. Die bayerische Seite der Salzach wird dabei gleichermaßen betrachtet. Hinsichtlich der Bearbeitungstiefe entspricht das Generelle Projekt in Bayern etwa einer Vorplanung. Sowohl die österreichischen wie auch die betroffenen bayerischen Behörden werden in den Planungsprozess eingebunden.

Nebenbei werden die Planer auch Maßnahmen entwickeln, die unabhängig von der Variantenentscheidung zeitnah umgesetzt werden können, damit die Salzach den guten ökologischen Zustand innerhalb der nächsten Jahre erreicht.