Hochwasserschutz Klausbach, Landkreis Berchtesgadener Land

Projektbeginn:Juni 2014
Voraussichtliches Projektende: März 2021

Begründung und Zielsetzung

Planungsziel ist die Wiederherstellung eines Hochwasserschutzes im Klausbachtal. Einen Schwerpunkt stellt hierbei der Schutz der Hinterseesiedlung dar, welche im derzeitigen Zustand bei einem HQ100 (vgl. Glossar) am Klausbach großflächig unter Wasser stehen würde.

Das künstlich angelegte Gerinne des Klausbachs ist in weiten Teilen des ausgebauten Wildbachs nicht ausreichend dimensioniert. Die Problematik verschärft sich durch den Geschiebeeintrag am Mühlsturzhorn. Bei Hochwasserereignissen werden dort erhebliche Mengen Geschiebe mobilisiert und entlang der abflachenden Klausbachsohle abgelagert

Geschiebeanlandungen im Mittellauf des Klausbachs Bild vergrössern Geschiebeanlandungen im Mittellauf des Klausbachs

Der Klausbach ist teilweise ausgebaut und liegt in der Unterhaltspflicht des Freistaats Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein.

Projektausführung

Mögliche Maßnahmen wurden vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein im Rahmen einer Vorentwurfsplanung entwickelt. Nach intensiver Abstimmung mit der Gemeinde, der Nationalparkverwaltung und den Naturschutzbehörden sieht die Vorzugsvariante im Bereich der Hinterseesiedlung die Kombination aus einer Straßenanhebung und einer überschütteten Spundwand vor (vgl. Lageplan Schutzlinie Hinterseesiedlung). Im gemeinsamen Abwägungsprozess erwies sich diese Variante am eingriffsärmsten und für das Landschaftsbild des Nationalparks am verträglichsten.

Das Konzept sieht eine Anhebung der bestehenden Hirschbichlstraße auf einer Länge von ca. 400 m vor. Da im Ortsbereich keine Straßenanhebung möglich ist, wird der Hochwasserschutz zwischen Nationalparkhaus und Gasthof Auzinger über eine ca. 400 m lange Spundwandtrasse realisiert. Eingriffsarm, aber dennoch optisch ansprechend, wird die Spundwand im direkten Sichtbereich verkleidet oder mit Erdreich angeschüttet und begrünt.

Ende 2017 wurde die Entwurfsplanung gestartet. Diese soll im Laufe des Jahres 2018 abgeschlossen werden. Nach der anschließenden baufachlichen Prüfung soll 2019 das Planfeststellungsverfahren begonnen werden. Der Beginn der Bauphase hängt wesentlich von der Dauer des Genehmigungsverfahrens ab. Noch im Frühjahr 2018 wird eine Baugrunderkundung im Bereich der geplanten Maßnahmen vorgenommen.