Durchgängigkeit Rothgraben,
Weiße Achen und Sossauer Kanal
Zahlen und Fakten
Lage: Vom Bergener Moos bis zum Achendelta
geplante Fertigstellung: 2028
Kosten: 400.000 Euro
Projektfortschritt
Projektbeschreibung
Fischen zusätzliche Lebensräume und Laichplätze zu erschließen: das ist das Ziel unserer ökologischen Maßnahmen im Bereich vom Bergener Moos bis zum Achendelta, auf einer Länge von 10,5 Kilometern. Das Angebot richtet sich vor allem an die Wanderfische des Chiemsees: Seeforellen, Aalrutten und Nasen sowie Barben und Rapfen sind in der Lage, weit enfernte und für sie passende Laichplätze aufzusuchen. Wanderstrecken von zehn bis 20 Kilometern gelten in der Fachwelt als bekannt. Voraussetzung für solche langen Strecken allerdings ist die gute Durchgängigkeit der Gewässer. Deshalb gestalten wir insgesamt acht Abstürze im Rothgraben, in der Weißen Achen und im Sossauer Kanal um. Fünf Projekte sind bereits realisiert.
Die Umbauten im Einzelnen:
1. Rothgraben
Am Rothgraben, auf Höhe der Autobahn A8 und der St. 2096, haben wir den Umbau bereits erfolgreich abgeschlossen: Eine Spundwand hatte dort Fischen den Weg versperrt. Besonders bei Niedrigwasser betrug die Absturzhöhe beachtliche 75 Zentimeter. Nun aber ist die Durchgängigkeit hergestellt, drei flach geneigte Sohlgleiten sorgen dafür.
2. Weiße Achen: oberhalb Mündung Bucher Bach
Einen mit 1,40 Metern ungewöhnlich hohen Absturz haben wir oberhalb der Mündung des Bucher Bachs in die Weiße Achen umgestaltet.
3. Weisse Achen: südlich von Kroneck
Als lediglich mangelhaft durchgängig erwies sich ein Querbauwerk in der Weißen Achen südlich von Kroneck. Mit einer Höhe von etwa 60 Zentimeter war auch dies ein Hindernis im Gewässer. Wir haben es beseitigt. Hinweis: Bis in den Sommer hinein darf das Areal nicht betreten werden. Denn hier brütet der Wiesenbrüter. Ein Bild der Nachher-Situation können wir daher erst im Juli aufnehmen.
4. Weisse Achen: Südlich von Fliegeneck
Zwei Abstürze mit einer Höhe von jeweils 35 Zentimetern waren in der Weißen Achen ursprünglich als Treppe gedacht, die Fische überschwimmen können. Nun aber zeigte sich, dass die Durchgängigkeit nicht dauerhaft erhalten blieb. Wir haben sie wiederhergestellt. Zusätzlich haben wir die Uferanbrüche nicht verbaut, sondern umgestaltet. Dies gilt der Strukturverbesserung in und am Gewässer.
5. Weisse Achen: Mündung Bergener Bach
Wo der Bergener Bach in die Weiße Achen mündet, galt der Absturz mit einer Höhe von 1,10 Metern samt Gegenschwelle und nachgeschalteter Sohlgleite als Hauptbauwerk des Flusses. Auch hier haben wir für mehr Durchgängigkeit gesorgt, mit zwei unterstromigen sowie zwei oberstromigen Sohlgleiten.
Projektausführung
Bei der Ausführung der Umbauten sind wir immer ähnlich vorgegangen: Die Querbauwerke wurden nicht abgerissen, sondern so umgebaut, dass Fische sie überschwimmen können. Zugleich dienen die ehemaligen Abstürze als wichtige Anlauf- und Rastpunkte für die Tiere - und übernehmen auf diese Weise die Funktion sogenannter Trittsteine. Diese ermöglichen das Weiterkommen der laichbereiten Fische in die Oberläufe der Gewässer. Ergänzt haben wir die Trittsteine durch eine oder mehrere Sohlgleiten in Kombination mit ökologischen Strukturen wie Unterständen aus Totholz oder auch tieferen Rinnen im Bachbett. Diese Strukturen befinden sich stets unter- sowie oberhalb der Sohlgleite(n). Auch Kolke, also tiefere Wasserzonen, gehören dazu. Kolke, die sich bereits an einem Absturz gebildet hatten, bleiben erhalten und wurden durch weitere ergänzt. Die Gestaltung dieser turbulenten Bachabschnitte verbessert außerdem den Sauerstoffeintrag ins Gewässer. Und so mancher Fisch findet bereits auf der neuen Sohlgleite den richtigen Laichplatz.
