Sanierung der Unteren Salzach No-Regret-Maßnahmen im Tittmoninger Becken

Aufwertung einer Flusslandschaft – die Sanierung der Salzach beginnt mit "No-Regret-Maßnahmen" nördlich Tittmoning

Projektbeginn: Januar 2021
Voraussichtliches Projektende: April 2023

Endgültig ist es noch nicht geklärt, ob im südlichen Tittmoninger Becken bei der Sanierung die Wasserkraftnutzung integriert wird. Die jetzt geplante ökologische Aufwertung der Flusslandschaft im vier Kilometer langen Salzachabschnitt nördlich der Tittmoninger Brücke ist aber davon unabhängig. Das Projekt wird also kein Bedauern (englisch "No Regret") auslösen – weder bei den Befürwortern noch bei den Gegnern der Wasserkraft.

Die Salzach bei Tittmoning heute, Blick Richtung NordenDie Salzach bei Tittmoning heute, Blick Richtung NordenAbb. 1: Die Salzach bei Tittmoning heute, Blick Richtung Norden
Foto: Schaufler, Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein und das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung wollen die Uferversteinung der Salzach nördlich der Tittmoninger Brücke beidseitig auf einer Länge von jeweils drei Kilometern entfernen, damit sich der Fluss dort langfristig verbreitern kann. Sobald die Ufersicherung beseitigt ist, wird die Salzach bei Hochwasserabflüssen nach und nach die Kiesufer abtragen. Im Laufe der Zeit wird sie sich so aus eigener Kraft von derzeit 100 auf voraussichtlich bis zu 190 Meter verbreitern. Damit verringert sich auch der Druck auf die Sohle. Die Eintiefung des Flusses der vergangenen Jahrzehnte wird gebremst. Gleichzeitig entstehen bewegliche Kiesbänke und natürliche Ufer. Die Lebensraumverhältnisse am und im Fluss – insbesondere für die salzachtypischen Fischarten – verbessern sich nachhaltig.

Am bayerischen Ufer muss der bestehende Wanderweg streckenweise neu gebaut werden, damit die Verbindung zwischen Tittmoning und Burghausen erhalten bleibt. Die Furt über den Siechenbach im Verlauf des Weges wird etwas angehoben, so dass sie künftig häufiger trockenen Fußes genutzt werden kann. Außerdem ist vorgesehen, das Ufer an drei Stellen soweit abzusenken, dass die vorhandenen Geländemulden schon bei kleinen Hochwässern durchströmt werden. So kommt mehr Wasser in die Aue. Aus Sicherheitsgründen wird in diesem Bereich der Hochwasserdeich verstärkt.

Maßnahmen am bayerischen Ufer, Ausschnitt aus der GenehmigungsplanungMaßnahmen am bayerischen Ufer, Ausschnitt aus der GenehmigungsplanungAbb. 2: Maßnahmen am bayerischen Ufer, Ausschnitt aus der Genehmigungsplanung
Vision der künftigen Salzach nördlich TittmoningVision der künftigen Salzach nördlich TittmoningAbb. 3: Vision der künftigen Salzach nördlich Tittmoning
Visualisierung: Büro Revital

Die Planungen für diese Maßnahmen sind seit Anfang 2018 im Gange. Sie sind Teil des Gesamtprojekts Sanierung der Unteren Salzach, mit dem Bayern und Österreich, wie von der gemeinsamen Gewässerkommission beschlossen, das Flussbett stabilisieren und gleichzeitig den guten ökologischen Zustand der Salzach herstellen wollen. Die Kosten der Maßnahmen teilen sich Bayern und Österreich jeweils zur Hälfte. Da die Salzachauen streng geschütztes Natura-2000-Gebiet sind, wurden die Planungen schon im Vorfeld mit den Naturschutzbehörden und der Fischereifachberatung abgestimmt, aber auch mit den Forstbehörden, der Jägerschaft und den Kommunen.

Am österreichischen Ufer hat die Beseitigung der Uferversteinung bereits im Herbst 2020 begonnen. Für Bayern hat das Landratsamt Traunstein die Baumaßnahme mit einem Planfeststellungsbeschluss im Januar 2021 genehmigt. Im Februar wurde zunächst der Bewuchs auf dem alten Uferverbau entfernt. Außerdem werden bauvorbereitende Maßnahmen getroffen, um geschützte Tierarten wie die Zauneidechse oder die Haselmaus zu schonen. Die eigentlichen Baumaßnahmen erfolgen dann in zwei Bauabschnitten zwischen 2021 und 2023 – jeweils in der hochwasserarmen Winterzeit, wenn auch die Störungen für Natur und Mensch am geringsten sind.

Kofinanzierung

Logos BMEL und BMU Mit Mitteln aus dem Sonderrahmenplan "Maßnahmen des präventiven Hochwasserschutzes" der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes zur Umsetzung des Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP)