Hochwasserschutz Hausbach, Reit im Winkl

Projektbeginn:Juni 2014
Voraussichtliches Projektende: 2022

Begründung und Zielsetzung

Ziel des Hochwasserschutzprojektes ist es, für das Ortszentrum der Gemeinde Reit im Winkl einen Schutz vor einem 100-jährliches Hochwasserereignis zu erreichen.

Schadensereignisse in der Vergangenheit haben gezeigt, dass das bestehende aus Naturstein gemauerte Trapezgerinne am Hausbach, welches im Ortszentrum zum Teil durch Straßen und Häuser überbaut ist, die geforderte Sicherheit gegen Hochwasserereignisse dieser Art nicht gewährleisten kann.

Überflutete Straßen durch überlastete KanalisationBild vergrössern Abbildung 2: Hochwasser im Juli 2005

Der Hausbach ist im Ortszentrum ausgebaut und liegt in der Unterhaltungspflicht des Freistaats Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein.

Planungsphase

Im Jahr 2014 wurden mögliche Schutzmaßnahmen im Rahmen einer Vorentwurfsplanung ausgearbeitet und die hydrologischen Planungsgrundlagen in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt - LfU überprüft und auf den aktuellen Stand der Technik angepasst. Die daraus entstandene Variantenkombination besteht aus:

  • einem Geschiebe- und Wildholzrückhalt in den beiden Zubringern Feichtel- und Lettengraben,
  • einem Einlaufbauwerk mit anschließender Verrohrung im Bereich der Hausbergstraße und dem Hausbachweg bis zur Birnbacherstraße,
  • der Sanierung bzw. dem Ausbau des bestehenden Gerinnes in Kombination mit einem Hochwasserentlastungskanal und einem Fußweg ab der Birnbacherstraße bis zur Tiroler Straße,
  • einem Tosbecken mit anschließender naturnaher Ausgestaltung auf einer Länge von ca. 150 m unterhalb der Tiroler Straße
  • Die Planung wurde mit der Gemeinde abgestimmt.

    In einer Entwurfsplanung wurden die Inhalte des Vorentwurfs konkretisiert und detailliert ausgearbeitet. Die Entwurfsplanung liegt seit Januar 2018 vor und das notwendige Planfeststellungsverfahren konnte im Mai 2019 positiv abgeschlossen werden.

    Projektausführung

    Etwas verzögert durch die COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen konnten am 04. Mai 2020 die Bauarbeiten zu den Hochwasserschutzmaßnahmen am Hausbach begonnen werden.

    Bereits Ende März 2020 wurde mit dem Bau einer Geschiebe- und Wildholzrückhaltesperre am Zubringer Lettengraben begonnen.Im August 2020 konnte mit deren Fertigstellung ein weiterer Meilenstein zur dringenden Verbesserung des Hochwasserschutzes erreicht werden.

    Die Schalung f&uumlr das Sperrfundament wird errichtetBild vergrössern Abbildung 4: Baugrube Lettengraben mit der Schalung für das Sperrenfundament (21.04.2020)
    Geschiebe- und Wildholzrückhaltesperre am LettengrabenBild vergrössern Abbildung 6: Geschiebe- und Wildholzrückhaltesperre am Lettengraben (20.08.2020)

    Der Bau für die benachbarte Geschiebe- und Wildholzrückhaltesperre am Feichtlgraben startete im September 2020. Läuft alles nach Plan, dann können die Arbeiten im Frühjahr 2021 abgeschlossen werden. Damit wäre die Funktionskette Geschiebe- und Wildholzrückhalt oberhalb von Reit im Winkl an den drei Bächen Hausbach, Lettengraben und Feichtlgraben vollständig umgesetzt.

    Die Arbeiten am Hausbach begannen mit der Errichtung des Tosbeckens und dem Ausbau des Bachbettes unterhalb der Tiroler Straße. Die Querung der Tiroler Straße stellte sich aufgrund der zahlreichen Sparten (Glasfaserkabel, Fernwärme- und Wasserleitungen etc.) wie erwartet als schwierig heraus. Die Straße konnte im August 2020 abschließend asphaltiert und damit deren einseitige Sperrung aufgehoben werden. Derzeit wird nun bachaufwärts der Tiroler Straße abschnittsweise der Hochwasserentlastungskanal verlegt und parallel dazu das bestehende Hausbachgerinne saniert und erneuert.

    Ausbau des Hausbaches unterhalb der Tiroler StraßeBild vergrössern Abbildung 8: Ausbau des Hausbaches unterhalb der Tiroler Straße (06.07.2020)
    Gerinneausbau Hausbach: mit großem Gerät werden die bis zu 6 Tonnen schweren Fertigteile des Hochwasserentlastungskanals eingehobenBild vergrössern Abbildung 10: Gerinneausbau Hausbach: mit einem großen Bagger werden die bis zu 6 Tonnen schweren Fertigteile des Hochwasserentlastungskanals eingehoben (17.08.2020)

    Die Gesamtinvestition beträgt nach derzeitigem Kostenstand ca. 7,7 Mio. Euro. Davon trägt die Gemeinde Reit im Winkl 30 Prozent und der Freistaat Bayern 70 Prozent.

    Aufgrund der Komplexität der Baumaßnahme und der Rücksichtnahme auf den Tourismus durch planmäßige Bauunterbrechungen ist eine Baufertigstellung aller Maßnahmen für den Herbst 2022 geplant.