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Uferrückbau in Bad Reichenhall

Zahlen und Fakten

Lage: Bad Reichenhall

geplante Fertigstellung: abgeschlossen

Kosten: 279.000 Euro

Projektfortschritt

Projektbeschreibung

Im Stadtgebiet von Bad Reichenhall wurde die Saalach in den Jahren 1822 bis 1825 begradigt und mittels harter Uferverbauung in ein einheitlich breites Flussbett gezwängt. Dadurch und weil im Saalachsee angekommener Kies (das „Geschiebe“) nicht weitertransportiert wurde, hat sich die Gewässersohle der Saalach stark eingetieft. Wir haben die Uferverbauung ausgebaut. In der Folge kann sich die Saalach selbstständig aufweiten. Dies wiederum trägt zur Stabilisierung des Gewässerbetts bei. Der Bau einer knapp 300 Meter langen Insel im Gewässer bietet zudem neuen, ökologisch wertvollen Lebensraum. Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag, um den „guten ökologischen Zustand" der Saalach zu erreichen, ganz wie es die Europäische Wasserrahmenrichtlinie vorsieht.

Projektausführung

Auf einer Länge von 600 Metern sind bereits 2.000 Tonnen Ufersteine ausgebaut. Das Wasser kann nun die Böschung erodieren, immer wieder Sand und Kies mitnehmen. Auf diese Weise kann sich die Saalach im Laufe der Zeit in die Breite entwickeln. Die ausgebauten Steine haben wir zum Bau einer Insel verwendet. Für die naturnahe Gestaltung haben wir auf die Insel Bäume gelegt und diese im Gestein verankert. Größere Steine und Äste bleiben liegen, um die weitere natürliche Entwicklung zu fördern. Der Lebensraum für Fische und andere Gewässerorganismen wird deutlich an Qualität gewinnen. Zudem bieten die steilen lehmigen Bereiche der Uferböschungen dem Eisvogel ideale Brutstätten.

Die neu gestaltete Insel in der Saalach bei Bad Reichenhall. Je nach Wasserstand verändert sich ihr Ausssehen.

Der Bau einer Insel samt Strukturen ist in dieser Dimension auch für uns etwas Besonderes. Große Herausforderung war dabei der Einbau von Bäumen, Sträuchern und Wurzeln. Sie müssen Hochwasser standhalten und dürfen nicht weggespült werden. Hier war auch das Geschick der Baggerfahrer gefragt: Die Baumstämme wurden liegend, mit dem Wurzelteller zum Gewässer, tief in der Insel eingegraben und mit großen Steinen beschwert. Die in das Gewässer ragenden Wurzelteller und Astwerk dienen den Fischen und Gewässerorganismen als Versteck und Lebensraum. An den auf der Insel verbauten Wurzelstöcken und Holzstrukturen soll sich bei höheren Wasserständen bewusst Schwemmholz ansammeln. Hierzu wurden die Wurzelstöcke stehend mit dem Stamm nach unten eingegraben und mit schweren Steinen verkeilt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil in der Planung sowie Bauausführung war die Gestaltung des Einlaufbereichs des Seitengerinnes: Die Form der Inselspitze musste so gestaltet werden, dass die Strömung in das Seitengerinne gelenkt wird. Es soll ein stetiger Durchfluss gewährleistet sein.

Am gegenüberliegenden Ufer

Am gegenüberliegenden Ufer haben wir auf einer Länge von rund 600 Metern mit größeren Steinen weitere Strukturen für die ökologische Aufwertung geschaffen. Die Steine sorgen für unterschiedliche Strömungsverhältnisse, eine künstlich geschaffene Kiesbank entwickelt sich eigendynamisch, wird also mal mehr, mal weniger groß sein. Fische finden nun vielfältige Lebensräume. Da der Saalach die Möglichkeit zur Eigendynamik zurückgegeben wird, wird sie sich in diesem Abschnitt weiterentwickeln. Im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie sollen im Stadtgebiet von Bad Reichenhall weitere Uferrückbauten erfolgen.

Die Saalach kann sich jetzt frei entfalten. Eine Insel im Fluss sorgt für unterschiedliche Strömungsverhältnisse.
Aufgrund der verbauten Ufer wirkt die Saalach an vielen Stellen wie einen Kanal. Ökologisch ist das nicht sinnvoll.
Im Wasser sorgen große Steine, Kies und Wurzelstöcke für unterschiedliche Strömungsverhältnisse.
Steine und totes Holz im Wasser sorgen nicht nur für unterschiedliche Strömungsverhältnisse. Sie bieten auch Rückzugsraum für Fische.
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  • Zur Uferaufweitung der Saalach bei Ainring.

Weiterführende Informationen

  • Lageplan der Maßnahmen bei Bad Reichenhall
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