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No-Regret-Maßnahme Tittmoninger Becken

Arbeiten zur Renaturierung sind abgeschlossen

Zahlen und Fakten

Lage: Nördlich der Tittmoninger Brücke

Fertigstellung: 2023

Kosten: 2,7 Millionen €

Projektfortschritt

Ganz neue Eindrücke können Spaziergänger und Radfahrer entlang der Unteren Salzach nördlich von Tittmoning gewinnen. Auf einer Länge von insgesamt vier Kilometern hat der Fluss mehr Raum bekommen. Die Aufweitung des Ufers beginnt rund einen Kilometer nördlich der Tittmoninger Brücke und endet nahe der Siechenbachfurt.Versteinte Böschungen wurden beseitigt, im Wasser sind vielfältige Lebensräume neu entstanden. Im Auwald sind Geländemulden an den Fluss angeschlossen.

Mit den "No-Regret-Maßnahmen", also Maßnahmen, die umgesetzt werden können unabhängig von der Diskussion um Wasserkraft, ist uns ein weiterer wichtiger Schritt gelungen, um der Sohleintiefung der Unteren Salzach entgegenzuwirken. Zugleich ist Raum entstanden für die Entwicklung unterschiedlicher Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten im Wasser und Auwald.

Projektbeschreibung

Die "No-Regret-Maßnahmen" sind ein Gemeinschaftsprojekt, das wir gemeinsam mit dem Amt der Oberösterreichischen Landesregierung realisiert haben. Auf bayerischer Seite haben ganz wesentlich die Arbeiter unserer Flussmeisterstelle Salzach die Baumaßnahme koordiniert und umgesetzt. Die Bauzeit dauerte von Oktober 2021 bis Februar 2022 sowie von Oktober 2022 bis März 2023. Der Kostenrahmen für die Maßnahmen auf bayerischer Seite von insgesamt rund 2,7 Millionen Euro wurde eingehalten. Die Gesamtkosten einschließlich der Maßnahmen in Österreich teilen sich der Freistaat Bayern und das Land Oberösterreich hälftig.

Projektausführung

Die Untere Salzach kann jetzt frei fließen, sich aus den Uferanbrüchen immer wieder neues Material wie Kies, Sand und Steine mitnehmen. Je nach Wassermenge wandelt sich das Bild des Flusses und seiner Ufer. Steilufer und flache Böschungen wechseln sich ab, Wurzelstöcke bleiben liegen und werden wieder mitgetrieben. Es können vorübergehende Kiesbänke entstehen. Führt die Untere Salzach viel Wasser, kann sie sich tief ins Ufer eingraben. Nachfolgende Unterspülungen sind gewünscht. Spaziergänger sollten sich jedoch von den steilen Uferanbrüchen fernhalten.

Spundwand sichert den Deich

Mit dem Umbau des Ufers wurden die Zuläufe zu vorhandenen Geländemulden im südlichen Bereich des Bauabschnittes abgesenkt, damit das Wasser früher als bisher in den Auwald strömen kann. Deshalb erhielt der Deich, der Tittmoning vor Hochwasser schützt, in diesem Bereich eine Spundwand sowie eine zusätzliche Sicherung durch Wasserbausteine an seiner wasserseitigen Böschung.

Mehr Wasser in die Aue

Im nördlichen Bereich werden die Flutmulden nicht mehr bewirtschaftet. Hier soll die Natur selbst die Entwicklung des Auwaldes übernehmen. Das Abflachen der Ufer und die Neugestaltung der Geländemulden führen dazu, dass sich Fluss und Aue besser miteinander vernetzen können. Neue Lebensräume für Tiere bilden sich: Vögel, Insekten, Käfer und andere mehr finden ideale Bedingungen.

Lebensräume für junge Fische

Kiesbänke im Fluss lassen Nebenarme und kleine Wasserbecken entstehen. In diesen strömungsberuhigten Zonen finden vor allem junge Fische Unterschlupf, darunter Nase, Barbe und Huchen. Auch als Laichplätze sind diese Bereiche geeignete Rückzugsräume. Totholz, Kies und Steine sorgen für vielfältige Strukturen, in denen sich auch Kleinstlebewesen wohlfühlen. Das Nebeneinander von strömungsstarken und seichten Wasserflächen bildet eine ideale Lebensraumvielfalt für Gewässerorganismen.

Neuer Weg führt durch den Auwald

Die Uferaufweitung hat auch Folgen für die Spaziergänger: Ein Teil des Wanderweges zwischen Tittmoning und Burghausen führt nun zurückversetzt durch den Auwald.

Dank der weichen Ufer sind neue Sandbänke und unterschiedliche Strömungsverhältnisse entstanden.
Der Blick von oben zeigt die Dimension der Uferaufweitung.
Der Weg durch den Auwald entlang der Salzach bei Tittmoning.
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  • No-Regret-Maßnahme Bereich Lebenau
  • Renaturierung Freilassinger Becken
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